
Es gibt Orte, die jeder kennt.
Kurhaus, Neroberg, Schlossplatz oder das Rheinufer gehören für viele ganz selbstverständlich zum Bild Wiesbadens.
Doch eine Stadt besteht nicht nur aus ihren bekanntesten Motiven.
Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Orte, die besonders viel erzählen.
WiesWoWas? möchte deshalb bewusst auch dort hinschauen, wo man normalerweise einfach vorbeigeht.
Nicht jeder besondere Ort ist eine Sehenswürdigkeit
Was macht einen Ort interessant?
Er muss nicht spektakulär sein.
Eine kleine Treppe zwischen zwei Straßen kann einen überraschenden Blick eröffnen. Ein alter Innenhof erzählt vielleicht etwas über die Geschichte eines Viertels. Eine unscheinbare Grünfläche kann für die Nachbarschaft wichtiger sein als ein großer Park am anderen Ende der Stadt.
Viele solcher Orte tauchen in keinem Reiseführer auf.
Für Menschen, die dort leben, gehören sie trotzdem fest zu Wiesbaden.
Stadtgeschichte steckt in Details
Wer aufmerksam durch Wiesbaden läuft, entdeckt Spuren verschiedener Zeiten.
Alte Fassaden, ehemalige Geschäftsschilder, ungewöhnliche Grundstücksformen, kleine Brunnen, Mauern oder Straßenführungen erzählen davon, wie sich die Stadt entwickelt hat.
Oft nimmt man solche Dinge erst wahr, wenn man bewusst langsamer unterwegs ist.
Gerade historische Städte sind voller Details, die im normalen Alltag nahezu unsichtbar werden.
Man kennt eine Straße seit Jahren und entdeckt plötzlich etwas, an dem man wahrscheinlich hundertmal vorbeigelaufen ist.
Auch die Randlagen gehören zur Stadt
Ein zweiter Blick lohnt sich besonders außerhalb der klassischen Innenstadt.
Biebrich, Schierstein, Dotzheim, Frauenstein, Sonnenberg oder die östlichen Stadtteile besitzen jeweils Orte, die ihren eigenen Charakter zeigen.
Manchmal ist es ein kleiner Platz.
Manchmal eine alte Häuserzeile.
Manchmal ein Weg am Ortsrand.
Und manchmal schlicht ein Aussichtspunkt, an dem man Wiesbaden plötzlich aus einer völlig anderen Perspektive sieht.
Das Unspektakuläre erzählt oft mehr
Journalismus konzentriert sich verständlicherweise häufig auf Veränderungen, Konflikte und große Ereignisse.
Doch nicht alles, was eine Stadt ausmacht, ist eine Nachricht.
Manche Dinge sind einfach da.
Seit Jahren oder Jahrzehnten.
Und genau deshalb werden sie leicht übersehen.
Für WiesWoWas? gehören solche Orte ausdrücklich dazu. Denn wer eine Stadt wirklich erzählen möchte, muss nicht nur fragen, was gerade neu ist.
Man sollte auch fragen, was längst vorhanden ist.
Vielleicht kennen wir unsere eigene Stadt weniger gut, als wir glauben
Viele Menschen reisen gerne und laufen in fremden Städten stundenlang durch Nebenstraßen.
Zu Hause tun wir das erstaunlich selten.
Vielleicht wäre es deshalb eine gute Idee, Wiesbaden gelegentlich so zu betrachten, als wären wir zum ersten Mal hier.
Eine Straße nehmen, die man normalerweise nicht nimmt.
Einen Stadtteil besuchen, in dem man selten unterwegs ist.
An einem Ort stehen bleiben, an dem man sonst vorbeigeht.
Denn manchmal braucht es keine neue Attraktion.
Man braucht nur einen zweiten Blick.

