
Wiesbaden hat mehr als 280.000 Einwohner und ist die Landeshauptstadt Hessens. Trotzdem gibt es Orte innerhalb der Stadtgrenzen, an denen sich Wiesbaden überraschend wenig nach Großstadt anfühlt.
Alte Ortskerne, kleine Straßen, Felder am Ortsrand und Nachbarschaften, in denen vieles noch überschaubar wirkt.
Für WiesWoWas? ist genau dieser Gegensatz spannend: Wo endet eigentlich die Großstadt und wo beginnt das Dorfgefühl?
Die äußeren Stadtteile erzählen eine andere Geschichte
Wer nur die Wiesbadener Innenstadt kennt, bekommt ein unvollständiges Bild der Stadt.
Naurod, Rambach, Heßloch, Kloppenheim, Breckenheim oder Igstadt besitzen vielerorts Strukturen, die man eher mit kleineren Gemeinden verbinden würde.
Historische Häuser stehen dicht um alte Ortskerne. Landwirtschaftliche Flächen beginnen teilweise nur wenige Straßen weiter. Vereine und lokale Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle.
Die räumliche Nähe zur Großstadt verändert nicht automatisch den Charakter eines Ortes.
Dorfgefühl hat viel mit Alltag zu tun
Dörflichkeit lässt sich ohnehin schwer an Einwohnerzahlen messen.
Es ist eher ein Gefühl.
Man begegnet denselben Menschen häufiger. Der Weg ins Grüne ist kurz. Bestimmte Treffpunkte haben eine größere Bedeutung. Veränderungen fallen schneller auf.
Wenn ein Geschäft schließt, eine Straße umgebaut wird oder ein Grundstück neu bebaut wird, betrifft das einen kleinen Ortsteil oft sichtbarer als ein großes Viertel.
Dadurch entsteht eine besondere Form lokaler Identität.
Viele Menschen sagen nicht einfach, dass sie aus Wiesbaden kommen. Sie sagen zuerst, dass sie aus ihrem Stadtteil kommen.
Zwischen Bewahren und Verändern
Doch dörfliche Strukturen stehen auch vor Herausforderungen.
Wohnraum wird gebraucht. Verkehr nimmt zu. Gebäude verändern sich. Gleichzeitig möchten viele Bewohner den Charakter ihres Stadtteils erhalten.
Diese Interessen miteinander zu verbinden, ist schwierig.
Ein Ort kann nicht vollkommen unverändert bleiben. Gleichzeitig kann zu schnelle oder unpassende Entwicklung genau jene Eigenschaften verschwinden lassen, die ihn attraktiv machen.
Gerade deshalb lohnt sich bei neuen Projekten die Frage: Passt das zum Ort?
Wiesbaden profitiert von diesen Gegensätzen
Vielleicht ist es eine Besonderheit Wiesbadens, dass beides nebeneinander existiert.
Man kann morgens im urbanen Zentrum unterwegs sein und kurze Zeit später zwischen Feldern, Weinbergen oder alten Dorfstraßen spazieren.
Diese Vielfalt ist ein Wert, den man nicht unterschätzen sollte.
Denn Wiesbaden muss nicht überall gleich aussehen und sich auch nicht überall gleich anfühlen.
Im Gegenteil.
Eine Stadt wird interessanter, wenn ihre einzelnen Teile ihren eigenen Charakter behalten dürfen.
Und manchmal zeigt sich Wiesbaden gerade dort besonders deutlich, wo es sich fast gar nicht wie Wiesbaden anfühlt.

