
Öffentliche Toiletten gehören zu den unscheinbaren Dingen, über die kaum jemand spricht, solange sie vorhanden, sauber und gut erreichbar sind. Fehlen sie, merkt man allerdings sehr schnell, wie wichtig sie für das Funktionieren einer Stadt sind.
Genau deshalb schaut WiesWoWas? diesmal auf ein Thema, das im ersten Moment banal klingt, aber unmittelbar mit Lebensqualität zu tun hat: öffentliche Toiletten in Wiesbaden.
Eine Stadt muss auch an die einfachen Bedürfnisse denken
Wer mehrere Stunden in der Innenstadt unterwegs ist, einen Park besucht, mit Kindern unterwegs ist oder einen längeren Spaziergang macht, kennt die Situation.
Irgendwann braucht man eine Toilette.
Dann beginnt häufig die Suche.
Gibt es in der Nähe überhaupt eine öffentliche Anlage? Ist sie geöffnet? Ist sie sauber? Kostet die Nutzung etwas? Ist sie barrierefrei zugänglich?
Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird schnell zu einer kleinen organisatorischen Aufgabe.
Für eine Landeshauptstadt und touristisch geprägte Stadt ist das kein unwichtiges Detail.
Nicht jeder kann einfach ins Café gehen
Oft heißt es: Man kann doch einfach in ein Restaurant oder Café gehen.
Ganz so einfach ist es nicht.
Wer dort Gast ist, kann natürlich häufig eine Toilette benutzen. Doch öffentliche Infrastruktur sollte nicht davon abhängen, ob jemand gerade etwas kaufen möchte.
Das gilt besonders für ältere Menschen, Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Personen, die länger im öffentlichen Raum unterwegs sind.
Eine Stadt, die Aufenthaltsqualität schaffen möchte, muss auch solche grundlegenden Bedürfnisse mitdenken.
Gute Toiletten machen öffentlichen Raum besser
Dabei geht es nicht nur um die Anzahl.
Eine öffentliche Toilette bringt wenig, wenn sie dauerhaft verschmutzt, beschädigt, schlecht ausgeschildert oder nur zu sehr eingeschränkten Zeiten geöffnet ist.
Gute Anlagen sollten vor allem sauber, sicher und leicht auffindbar sein.
Auch Barrierefreiheit spielt eine entscheidende Rolle.
Denn öffentlicher Raum ist nur dann wirklich öffentlich, wenn möglichst viele Menschen ihn ohne unnötige Hürden nutzen können.
Besonders wichtig an Orten mit hoher Aufenthaltsdauer
Nicht überall braucht Wiesbaden eine Toilettenanlage.
Aber dort, wo Menschen längere Zeit verbringen, sollte das Angebot selbstverständlich sein.
Parks, Spielplätze, zentrale Plätze, stark frequentierte Fußgängerbereiche, Ausflugsorte und größere Umsteigepunkte im öffentlichen Nahverkehr sind typische Beispiele.
Gerade dort entscheidet Infrastruktur darüber, ob sich Menschen gerne länger aufhalten.
Eine Bank, etwas Schatten und ein schöner Platz helfen wenig, wenn grundlegende Bedürfnisse ignoriert werden.
Mehr Toiletten können auch andere Probleme lösen
Gut geplante öffentliche Toiletten haben außerdem einen Nebeneffekt.
Wenn Menschen keine vernünftige Alternative finden, werden Hauseingänge, Grünflächen oder versteckte Ecken teilweise zweckentfremdet.
Das ist unangenehm für Anwohner, Passanten und die Stadtreinigung.
Mehr funktionierende öffentliche Angebote können deshalb auch dazu beitragen, Verschmutzung und Konflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren.
Eine kleine Investition mit großer Wirkung
Bei Stadtentwicklung wird gerne über große Projekte gesprochen.
Neue Plätze, Straßen, Gebäude oder Verkehrskonzepte sind sichtbar und politisch interessant.
Doch Lebensqualität entsteht oft durch wesentlich kleinere Dinge.
Saubere öffentliche Toiletten gehören dazu.
Bei WiesWoWas? finden wir deshalb: Wiesbaden sollte öffentliche Toiletten nicht als lästige Nebenaufgabe betrachten, sondern als ganz normalen Bestandteil einer gut funktionierenden Stadt.
Denn eine lebenswerte Stadt zeigt sich nicht nur an ihren großen Sehenswürdigkeiten.
Sie zeigt sich auch daran, wie gut sie die ganz alltäglichen Bedürfnisse ihrer Menschen organisiert.

