
Heiße Sommertage fühlen sich nicht überall in Wiesbaden gleich an.
Während es in manchen Straßen schon am Vormittag drückend warm wird, bleibt es wenige hundert Meter weiter durch Bäume, Grünflächen oder eine offenere Bebauung deutlich angenehmer.
WiesWoWas? schaut deshalb auf eine Frage, die mit zunehmenden Hitzeperioden immer wichtiger wird: Wo heizt sich Wiesbaden besonders stark auf und warum?
Asphalt, Fassaden und wenig Schatten
Städte speichern Wärme.
Straßen, Dächer, Mauern und versiegelte Flächen nehmen tagsüber Sonnenenergie auf und geben sie später wieder ab. Besonders deutlich merkt man das in dicht bebauten Bereichen mit wenig Grün.
Wo breite Straßen, große Plätze und Häuserfassaden direkt in der Sonne liegen, kann sich die Umgebung stark aufheizen.
Fehlen zusätzlich Bäume, gibt es kaum Schatten und nur wenig Verdunstung.
Das Ergebnis: Die gefühlte Temperatur steigt deutlich.
Warum Bäume so einen Unterschied machen
Ein großer Straßenbaum ist weit mehr als Dekoration.
Er spendet Schatten und sorgt durch Verdunstung für zusätzliche Kühlung. Gerade an heißen Tagen kann das den Unterschied zwischen einem angenehmen Gehweg und einer kaum auszuhaltenden Strecke ausmachen.
Deshalb wirken Straßenzüge mit altem Baumbestand oft deutlich angenehmer als vollständig versiegelte Flächen.
Das Problem: Große Bäume entstehen nicht innerhalb weniger Jahre.
Wer heute Bäume pflanzt, denkt deshalb automatisch langfristig.
Innenhöfe und enge Straßen können zur Hitzefalle werden
Auch die Bebauung spielt eine Rolle.
Dicht bebaute Quartiere speichern Wärme besonders lange. Wenn wenig Luft zirkulieren kann, kühlen solche Bereiche nachts nur langsam ab.
Das ist entscheidend.
Ein heißer Tag ist belastend. Noch schwieriger wird es, wenn Wohnungen und Straßen auch nachts kaum abkühlen.
Gerade für ältere Menschen und andere hitzeempfindliche Personen kann das zu einer erheblichen Belastung werden.
Grünflächen sind keine Luxusflächen
Parks, Grünzüge, Gärten und unbebaute Flächen werden deshalb für Städte immer wichtiger.
Sie bieten nicht nur Aufenthaltsqualität.
Sie können auch dabei helfen, Hitze abzumildern.
Bei WiesWoWas? finden wir deshalb, dass Stadtgrün nicht erst dann diskutiert werden sollte, wenn ein neuer Park geplant wird. Auch kleine Grünflächen, begrünte Innenhöfe, Straßenbäume oder entsiegelte Flächen können einen Unterschied machen.
Gerade viele kleine Maßnahmen können gemeinsam Wirkung entfalten.
Schatten wird zur Infrastruktur
Lange galt Schatten eher als angenehmer Nebeneffekt.
In Zukunft dürfte er stärker als Teil der städtischen Infrastruktur betrachtet werden.
Bushaltestellen ohne Schatten, große Plätze ohne Bäume oder Spielplätze, die den ganzen Tag in der Sonne liegen, werden bei längeren Hitzeperioden schnell problematisch.
Die Frage sollte deshalb nicht nur lauten, wie ein öffentlicher Raum aussieht.
Sondern auch: Wie funktioniert er an einem heißen Julinachmittag?
Wiesbaden hat gute Voraussetzungen
Wiesbaden besitzt durch seine Parks, Alleen, bewaldeten Hänge und grüneren Außenbereiche viele Flächen, die bei Hitze wertvoll sind.
Gleichzeitig gibt es dicht bebaute Bereiche, in denen jeder zusätzliche Baum und jede entsiegelte Fläche zählt.
Die Herausforderung besteht darin, die Stadt nicht nur für das heutige Klima zu gestalten.
Bäume, Plätze und Straßen, die jetzt geplant werden, prägen Wiesbaden über Jahrzehnte.
Hitze wird zur Frage der Lebensqualität
Vielleicht wird man gute Stadtplanung künftig auch daran erkennen, wie angenehm eine Stadt im Hochsommer bleibt.
Wo gibt es Schatten?
Wo kann Wasser versickern?
Wo stehen Bäume?
Wo können Menschen sich während heißer Stunden aufhalten?
Für WiesWoWas? ist klar: Hitze ist längst nicht mehr nur ein Wetterthema.
Sie ist auch eine Frage davon, wie wir Wiesbaden bauen, begrünen und weiterentwickeln.

