
In Wiesbaden wird das Bezahlen von Parkgebühren zunehmend digital: Etwa 33 Prozent aller bezahlten Parkvorgänge erfolgen inzwischen per Handy. Die Stadtverwaltung hebt die Vorteile der App Nutzung hervor und betont zugleich, dass klassische Parkscheinautomaten erhalten bleiben.
Funktionsweise und Praxiserfahrungen
Das System arbeitet kennzeichenbasiert. Nutzerinnen und Nutzer bestätigen beim Start des Parkvorgangs ihr Kennzeichen und bezahlen über einen der verfügbaren Anbieter. Dadurch sind für die Stadtverwaltung keine zusätzlichen technischen Einrichtungen erforderlich. Die minutengenaue Abrechnung soll verhindern, dass Autofahrerinnen und Autofahrer für aufgerundete Zeitfenster bezahlen.
Verkehrsdezernent Andreas Kowol beschreibt die Anwendung als Erleichterung im Alltag: „Handyparken macht das Parken in Wiesbaden einfacher, flexibler und komfortabler.“ Ein weiterer praktischer Vorteil ist die Möglichkeit, Parkzeiten von unterwegs bis zur erlaubten Höchstparkdauer zu verlängern, wenn ein Termin länger dauert als geplant.
Anbieter, Gebühren und Datenschutz
Für das Handyparken in Wiesbaden stehen derzeit fünf Anbieter zur Auswahl: EasyPark, moBiLET, PARCO, Parkster und PayByPhone. Seit April dieses Jahres ermöglicht der Anbieter Parkster registrierten Nutzerinnen und Nutzern das Handyparken ohne zusätzliche Servicegebühr.
Die Parkgebühren richten sich nach der geltenden Gebührenordnung und werden minutengenau berechnet. In der Innenstadt gelten 50 Cent je begonnenem 10 Minuten Zeitraum. Im übrigen Stadtgebiet wird pro begonnenem 12 Minuten Zeitraum abgerechnet. Die Bezahlung erfolgt über etablierte Anbieter. Nach Angaben der Stadt werden nur die für den jeweiligen Parkvorgang erforderlichen Daten verarbeitet.
Auswirkungen auf das Parkraummanagement
Die Umstellung auf kennzeichenbasierte, appgestützte Zahlverfahren reduziert den technischen Aufwand für die Verwaltung und kann weitere digitale Lösungen im Parkraummanagement erleichtern. Gleichzeitig bleiben die stationären Parkscheinautomaten als Alternative bestehen, sodass das digitale Angebot als Ergänzung und nicht als Ersatz verstanden wird.

