
Die Fahrgastzahlen im Wiesbadener Linienverkehr haben sich den Angaben zufolge auf knapp 59 Millionen erhöht, gleichzeitig hat die Zufriedenheit mit ESWE Verkehr in einer Passantenbefragung 2025 zugelegt. In der jüngsten Erhebung erreichte der städtische Nahverkehr eine Gesamtnote von 2,69 nach dem deutschen Schulnotensystem, nach 2,79 im Jahr 2024.
Ergebnisse im Detail
Bei dem Vergleich der Verkehrsmittel schnitt der ÖPNV besser ab als die Pkw-Nutzung. Autofahrerinnen und Autofahrer bewerteten ihren Verkehr 2025 mit der Note 3,31. In 15 von 16 abgefragten Merkmalen ergaben sich demnach verbesserte Bewertungen gegenüber dem Vorjahr. Deutlich besser eingestuft wurden unter anderem die Umweltleistung, Kontrollen, Informationen zu Verspätungen sowie die Atmosphäre in den Bussen. Auch Erreichbarkeit der Ziele sowie Fahrzeit und Schnelligkeit erhielten verbesserte Beurteilungen.
Gleichzeitig identifiziert die Studie weiterhin Schwachstellen. Insbesondere Pünktlichkeit und die Atmosphäre in den Fahrzeugen, etwa aufgrund von Überfüllung, gelten als ausbaufähig.
Durchführung und Methodik
Die repräsentative Zufriedenheitsmessung wurde im vergangenen Jahr unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School der Hochschule RheinMain durchgeführt. Ein studentisches Team führte an insgesamt zehn Standorten im Stadtgebiet vier Befragungsrunden durch und sammelte 1.512 Interviews. Teilnehmende reichten von regelmäßigen Fahrgästen über Gelegenheitsnutzer bis hin zu überwiegend mit dem Pkw fahrenden Personen. Die Befragten bewerteten verschiedene Aspekte mit Schulnoten von eins bis sechs, etwa Freundlichkeit der Fahrenden, Taktung und Pünktlichkeit. Die Professur führt die Untersuchung demnach bereits seit 2006.
Reaktionen und Ausblick
Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, wertete das Ergebnis als Bestätigung der bisherigen Maßnahmen und sagte, das Vertrauen in das Unternehmen sei gestiegen. Prof. Dr. Bernhard Heidel hob hervor, dass die Gegenüberstellung von Bus und Pkw ein Kernaspekt der Studie sei und dass die Antworten zeigten, dass Nutzerinnen und Nutzer positive Veränderungen wahrnehmen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kowol betonte, die Ergebnisse stärkten den Kurs des Unternehmens. Er verwies auf eine geplante Liniennetzreform, mit der durch direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen ein effizienteres Angebot geschaffen werden solle. Die nächste Erhebungswelle wurde nach Angaben der Hochschule bereits gestartet.

